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Was bieten die 2012er EMI-Capitol Reissues?


Was bieten die 2012er EMI-Capitol Reissues?

Beitragvon beachbacchus » 14. Nov 2012, 18:40

Ich konnte es einfach nicht lassen und habe meine Sammlung mit den 12 bisher erschienenen 2012er EMI-Capitol Reissues der Beach Boys ergänzt. Jetzt bin ich natürlich neugierig und will wissen, was und in welcher Qualität da alles geboten wird.
Bislang habe ich die Hälfte der 12 CDs durchgearbeitet, also noch kein komplettes Bild aber schon einen gewissen Überblick.

Der erste Punkt der auffällt: Absolut originalgetreue Wiedergabe der ursprünglichen Veröffentlichungen in sehr gut remasterter Qualität. Es wurde also kein Huster oder Flüstern weggemixt und nur die Original-Album-Versionen benutzt. Es ist daher auf diesen CDs auch kein Schnick-Schnack wie z.B. Hidden-Tracks zu finden.

Dieses Schema muss natürlich bei den Stereo-Versionen aufgegeben werden, wenn es im Original keine gegeben hat. Man findet dann ganz neue oder aber im Laufe der Jahre bereits veröffentlichte Stereo-Remixe auf den CDs. Ein Auswahlschema bei den Wiederveröffentlichungen kann ich bisher nicht erkennen.

Wenn schlimmstenfalls kein stereo-geignetes Ausgangsmaterial in den Archiven zu finden war wurden sogenannte "stereo extraction mixes" angefertigt. Das klingt dann selbst unter Zuhilfenahme modernster Elektronik und Technik nicht viel besser als früher "duophonic" oder "electronically rechannelled" und man freut sich wieder richtig auf die original Mono-Aufnahmen.

Was beim Bearbeiten recht lästig ist: Man findet nirgendwo Angaben über die Laufzeiten der Stücke!

Als Erstes nun einige Anmerkungen zur CD "Today!"

Der Mono-Bereich ist gut bekannt und nichts Aufregendes zu vermelden.

Die Stereo-Sektion enthält vier nagelneue 2012er Stereo-Mixe in bewährter Linnett-Qualität:
Do You Wanna Dance? / Don´t Hurt My Little Sister / Help Me, Rhonda und
In The Back Of My Mind (es fällt dabei auf, daß "Do You Wanna Dance?" in Stereo 18 Sekunden länger läuft als in Mono)

"Good To My Baby" und "I´m So Young" sind die bekannten 2009er Stereo-Mixe von den "Summer Love Songs"

"When I Grow Up (To Be A Man)" und "She Knows Me Too Well" sind die 2008er Stereo-Mixe aus der "U.S. Singles Collection Box" (letzteres Stück ist daher auch nicht bisher unveröffentlicht, wie im Beiheft behauptet).

"Dance, Dance, Dance" ist der 2001er Stereo-Mix von "Hawthorne, CA"

"Please Let Me Wonder" ist der 2005er Stereo-Mix vom Sampler "the warmth of the sun"

"Kiss Me Baby" ist der neue 2000er Stereo-Mix von der revidierten Fassung des "Endless Harmony ST" (veröffentlicht 2001)

Soviel für Heute. Diskussion oder Berichtigung erwünscht!
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Fortsetzung folgt
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Re: Was bieten die 2012er EMI-Capitol Reissues?

Beitragvon Heinz » 14. Nov 2012, 19:27

Gibt es für so etwas eigentlichen noch einen Markt?
Wer kauft so etwas zum xten Mal (hardcorefans only?)
Vor allen Dingen: Wer braucht das? :?:
Viele Grüße aus Bad Krozingen
Heinz
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Re: Was bieten die 2012er EMI-Capitol Reissues?

Beitragvon Hubi » 15. Nov 2012, 13:40

Hallo Beachbacchus, es freut mich, dass Du Deine Meinung zu den neuer Remasters kundtust. Es sind ja doch einige interessante Sachen dabei.
Du schreibst, dass die „Stereo extraction mixes“ nicht viel besser klingen als die alten Duophonic Veröffentlichungen. Da muss ich Dir allerdings widersprechen. Habe mal den neuen Mix von Good Vibrations mit der alten Duophonic Platte verglichen , der Unterschied ist aber immens.
Wo Du gerade bei Today bist: hör Dir mal den Instrumental Track von „Good To My Baby“ auf “Hawthorne“ an und anschließend den Stereo Mix auf Today. Hier klingen die Gitarren irgendwie „kratzig“, es nervt. Mit etwas mehr Sorgfalt beim remastern hätte das sicher ausgebügelt werden können.
So richtig gut kommt „Do You Wanna Dance“, nur geht im kräftigen Sound das Gitarrensolo etwas unter, hätte etwas lauter ausgesteuert werden müssen. Aber das sind nur Kleinigkeiten, im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit den neuen Remasters.
Kleine Korrektur: „Dance Dance Dance“ und „Kiss Me Baby“ sind die Stereo Mixe von der US Singles Box.
Freue mich schon auf Deine weiteren Ausführungen.
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Re: Was bieten die 2012er EMI-Capitol Reissues?

Beitragvon beachbacchus » 15. Nov 2012, 19:08

Hallo Hubi
danke für Deine Anmerkungen. Das mit "Good To My Baby" muss ich mir nochmal genau anhören, bin aber bis jetzt noch nicht dazu gekommen.

Es ist richtig, daß die gleiche Stereo-Version von "Dance, Dance, Dance" auch auf der U.S. Singles Collection vertreten ist. Sie stammt aber nicht - wie dort im Beiheft angegeben - vom "Sounds Of Summer"-Sampler (das ist ein neuer, ich glaube 2005er Mix) sondern von der "Hawthorne, CA" CD. Man hat hier also den ersten, älteren Stereo-Mix vorgezogen, warum auch immer.

Der Stereo-Mix von "Kiss Me Baby" ist ebenfalls auf der U.S. Singles Collection vertreten. Es wird aber im Beiheft hier richtigerweise auf die 2000 produzierte revidierte "Endless Harmony" Version als Quelle verwiesen. Der 1998er Mix von "Endless Harmony" klingt anders und nicht so ausgereift.
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Re: Was bieten die 2012er EMI-Capitol Reissues?

Beitragvon Roland » 15. Nov 2012, 20:53

Ich habe mir Smiley Smile und Sunflower gekauft und bin damit ganz zufrieden. Aber dabei wird's dann wohl bleiben. Es sei denn, jemand sagt, ich müsste unbedingt noch Party! haben - irgendwo hatte ich nämlich mal so was gelesen. Meinungen und Tipps dazu erbeten.
Eine Besprechung voller Lob über die Songs, aber leider ziemlich aussageschwach zu den neuen Mixen gibt es bei SPIEGEL online:
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Re: Was bieten die 2012er EMI-Capitol Reissues?

Beitragvon Hubi » 16. Nov 2012, 10:47

@Beachbacchus : ” Dance Dance Dance” gibt’s in 3 verschiedenen Stereo Mixen: auf Hawthorne, Sounds of Summer und auf der US Singles Box. In meinen Ohren klingt der Mix auf Hawthorne am besten. Die SOS Version klingt grauslich und bei der US Singles Box (also auch Summer Days Remaster) ist die Stereo Trennung anders als auf der Hawthorne CD.
Auf meinen beiden Exemplaren von „Endless Harmony“ (1998 und 2000) ist die Stereo Version von „Kiss me Baby“ absolut identisch. Hab ich da eine Fehlpressung erwischt?

@Roland: In Mono fand ich Party ziemlich öde aber in Stereo wird’s lebendig. Bei Spotify kannst Du es Dir komplett anhören.
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Re: Was bieten die 2012er EMI-Capitol Reissues?

Beitragvon gerold » 16. Nov 2012, 16:36

Ich höre immer wieder gerne das Produktionsloch bei LITTLE PAD.

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Re: Was bieten die 2012er EMI-Capitol Reissues?

Beitragvon beachbacchus » 17. Nov 2012, 16:23

Hallo Hubi,

ich habe mich von Dir überzeugen lassen: Es gibt nur einen Stereo-Mix von "Kiss Me Baby", nämlich den vom 1998er "Endless Harmony ST". Mehrmaliges Anhören und Vergleichen hat keinen Unterschied im Mix erkennen lassen.

Zwei Dinge haben mich da wohl auf die falsche Spur geschickt. Einmal habe ich den 2000er EH ST als Japan-Pressung und da klingt "Kiss Me Baby" deutlich transparenter als auf der 98er EU-Version. Das ist aber nur ein Qualitätsmerkmal und kein Hinweis auf einen neuen Mix. Zum Anderen verweisen Andrew G Doe & John Tobler in ihrem Complete Guide to BW & The Beach Boys darauf, daß der 2000er EH ST neben einem neuen Mix von "California Girls" "a few minor revisions to other tracks as well" enthält. Leider hat dann der Setzer des Buches im Track Listing die Italics, die diese revidierten Tracks entlarven sollten, vergessen. Ich war dann halt der Meinung, die bessere Soundqualität könnte auf einen solchen revidierten Track hinweisen... :oops:

Auch "Dance, Dance, Dance" habe ich mir nochmal angehört. Da bleibe ich aber bei meiner Meinung, daß es nur zwei Stereo-Mixe von dem Track gibt: Den 2001er von "Hawthorne CA" und den 2003er von "Sounds of Summer" 8-)
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Re: Was bieten die 2012er EMI-Capitol Reissues?

Beitragvon Hubi » 18. Nov 2012, 12:27

Hallo Beachbacchus,

wenn man beide Versionen von Dance Dance Dance (Hawthorne und US Singles Box) hintereinander über die Boxen hört, fällt’s nicht groß auf (je nach Raumakustik). Ich hatte mal den A-B Vergleich gemacht, also 2 Player, Kopfhörer auf und hin und her geschaltet. So hört man den Unterschied gewaltig.

Auf Hawthorne sind die Instrumente auf beiden Kanälen gleichmäßig verteilt, auf der Singles Box Version scheint das instrumentale Geschehen verstärkt aus dem linken Kanal zu kommen. Hier hat das Ding einen ganz anderen Klang-Charakter. Außerdem blendet die Hawthorne Version ein paar Sekunden später aus. Deswegen nahm ich an, dass es sich um 2 verschiedene Mixe handelt. Linett only knows.

Schönen Sonntag
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Re: Was bieten die 2012er EMI-Capitol Reissues?

Beitragvon beachbacchus » 22. Nov 2012, 16:30

Wie versprochen nun die Fortsetzung meiner Anmerkungen zu den Reissues.

Heute zu Summer Days (And Summer Nights!!)

Zur Mono-Sektion gibt es nicht viel zu sagen. Keine Auffälligkeiten, alles gut bekannt und in sehr schöner Qualität.

Die Stereo-Sektion ist eine Mischung aus bereits bekannten älteren und ganz neuen Mixen. Die älteren stammen von

a) dem Sampler "the warmth of the sun" (gemixt 2007): "Then I Kissed Her", "Let Him Run Wild" und "You´re So Good To Me",

b) dem Sampler "Sounds Of Summer" (gemixt 2002): "California Girls",

c) und der Doppel-CD "Hawthorne, CA" (gemixt 2001): "And Your Dream Comes True" und "Salt Lake City".

Diese Stereo-Mixe sind alle sehr schön (besonders "California Girls" wie ich finde) und haben auch das neue Mastering für die CD gut überstanden bis auf "Salt Lake City". Bei diesem Stück wurde offensichtlich um der Leitidee der Originaltreue der Reissiues zu frönen, der leicht verlängerte Session-Start des Hawthorne-Mixes wieder auf die original Album-Version verkürzt. Leider hat das neue Mastering dem Stück auch die beschwingte Transparenz der Hawthorne-Version genommen. Es ist wohl der gleiche Stereo-Mix, klingt aber schwerfälliger.

Die neuen 2012er Stereo-Mixe der CD sind:
"The Girl From New York City", "Amusement Parks U.S.A.", I´m Bugged At My Ol´ Man" und "Summer Means New Love". Alle sind durchaus gelungen und es macht Spass, diese Stücke mal in Stereo zu hören.

"Halt!" werden einige von Euch sagen, "Summer Means New Love" hat es schon mal in Stereo gegeben. Das ist richtig, denn auf der 2003er DVD-Audio von "Pet Sounds" war nicht nur ein Stereo- sondern sogar auch ein 5.1-Surround-Mix dieses Stücks zu finden (gemixt 2002). Genaues Hinhören zeigt aber, daß hier zwei unterschiedliche Mixe vorliegen. Der ältere Mix ist recht Hall-lastig und hat eine etwas andere und schwammig strukturierte Verteilung der Instrumente auf die Stereo-Kanäle. Der neue Mix hat im Vergleich dazu ein klares, strahlendes Klangbild. Der größte Unterschied kommt aber erst ganz am Schluß: Während beim Mono-Original und auch beim 2002er Stereo-Mix die Lead-Gitarre bis zum Streicher-Finale erklingt, setzt sie beim neuen Mix kurz vorher aus und der Übergang zum Streicher-Finale wird nur von Tasteninstrumenten gespielt. Es wird wohl ein Geheimnis von Mark Linett bleiben, warum er hier ohne Not die Leitidee der Originaltreue der Ausgabe über Bord geworfen hat.

Die restlichen zwei Stücke der Stereo-Sektion sind 2012er "stereo extraction mixe":
"Girl Don´t Tell Me" und "Help Me, Rhonda".

Ich bin gerne bereit, meine bereits zu dieser Art von Mixen geäußerte Meinung etwas zu differenzieren. "Girl Don´t Tell Me" ist ganz gelungen und passt sich ohne größere Qualitätsverluste in den Rest der Stereo-Mixe ein. Es ist halt auch ein einfacherer strukturierter Song der Beach Boys. Zu "Help Me, Rhonda" aber (hier ist natürlich von der Single Version die Rede), schweigt des Sängers Höflichkeit. Warum soll ich mir eine derart unterbelichtete Stereo-Version überhaupt anhören? Nur um dann wieder mehr Freude an meiner alten Single zu haben?

Vor meinem Fenster scheint die Sonne. Ich denke an Summer Days und gehe jetzt zur Party! Davon demnächst.
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